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Thursday, July 2, 2020

„Ich laufe einen Marathon auf der Stelle“ - Schwäbische

disanaberlari.blogspot.com

Der Ultraläufer und Berglaufspezialist Benedikt Hoffmann von der deutschen Nationalmannschaft wagt am Samstag, 4. Juli, einen noch nie dagewesenen Weltrekordversuch, den jeder per Livestream verfolgen kann. Auf dem Laufband will er einen Marathon mit genau zehn Prozent Steigung absolvieren und verknüpft damit dieses sportliche Vorhaben mit einer Spendenaktion. Unser Mitarbeiter Simon Schneider hat mit ihm über seinen Weltrekordversuch und die Vorbereitung gesprochen.

Benedikt Hoffmann, wegen die Coronakrise sind viele Laufveranstaltungen ausgefallen. Wie sah ihr Training ohne konkretes Wettkampfziel in den vergangenen Monaten aus?

Das Training gestaltete sich schwierig, weil ich nicht wusste, wann wieder erste Wettkämpfe stattfinden und mir zunächst ein konkretes Ziel, auf dass ich mich vorbereiten konnte, fehlte. Den März und April habe ich überwiegend für Schnelligkeitstraining genutzt. Da im Mai immer noch keine Wettbewerbe fix terminiert waren, wusste ich nicht genau, welche Trainingsstrategie die Richtige ist. Deshalb hat auch neben der Struktur auch etwas die Motivation gefehlt. Aber seit Anfang Juni trainiere ich auch wieder große Umfänge.

Ihr erster Wettbewerb nach der Coronapause ist gleich ein Weltrekordversuch. Wie kam es dazu und wer hatte die Idee?

Die eigentliche Idee stammt von mir selbst. Ich habe mich von dem Schweizer Matthias Kyburz bereits Ende März inspirieren lassen, der auf dem Laufband einen 50-Kilometer-Rekord gebrochen hat. Sein Videostream habe ich damals verfolgt. Da jetzt in diesen Wochen gerade die Zeit der Bergmarathon-Veranstaltungen ist und alle abgesagt wurden, ist mein Vorhaben für Anfang Juli ideal für mich.

Für Sie stehen am Samstag, 4. Juli, 42 Kilometer auf dem Laufband mit einer voreingestellten Steigung von zehn Prozent auf dem Programm, verpackt als Weltrekordversuch. Warum gerade auf dem Laufband?

Da es ein anerkannter Weltrekord werden soll, muss er korrekt dokumentiert und erfasst werden. Da dies auf dem Laufband und über die ganze Zeit mit einem Videostream sehr gut möglich ist, war das ein Grund, diesen Versuch auf dem Laufband durchzuführen. Außerdem muss die Strecke offiziell vermessen sein. Auch das ist auf einem Laufband gegeben. Da der Weltrekordversuch mit einer Spendenaktion verbunden ist, kann man unter diesen Umständen die Leute auch besser zum Spenden animieren.

Wem kommt die Spendenaktion zugute?

Ich habe mich dazu entschieden, das Geld an das Deutsche Kinderhilfswerk zu spenden. Genau genommen sind es Corona-Nothilfepakete, damit Kinder von bedürftigen Familien finanzielle Unterstützung speziell für ihre Bildung bekommen. Dadurch kann beispielsweise ein Tablet für das entsprechende Kind angeschafft werden, damit es per Videoschalte am Unterricht teilnehmen kann. Da ich selbst Lehrer an der Tuttlinger Fritz-Erler-Schule bin, habe ich gemerkt, dass Schüler aus sozial schlechteren Verhältnissen während der Coronazeit große Probleme haben können.

Nochmal zurück zur sportlichen Leistung. Wie haben Sie sich speziell auf diesen Weltrekordversuch vorbereitet?

Auf dem Laufband habe ich im vergangenen Monat jeweils einmal wöchentlich bis zu 21 Kilometer mit den zehn Prozent Steigung hart trainiert. Also 42 Kilometer bin ich selbst noch nie auf einem Laufband gelaufen. Ansonsten waren meine Umfänge in letzter Zeit hoch und mit vielen Bergläufen und langen Läufen bis zu 42 Kilometer verbunden. Das ist wichtig, weil ich ja letztlich auf der Stelle einen Marathon mit insgesamt 4219 Höhenmeter laufen werde.

Wird das Training auf dem Laufband nicht langweilig?

Natürlich bevorzuge ich das Lauftraining an der frischen Luft und auf einer Strecke. Was mich bei diesem Weltrekordversuch anspornt, sind die ganzen Zuschauer die live vor den Bildschirmen dabei sein können. Und natürlich treibt mich die Spendenaktion an. Also Motivation ist genug vorhanden für den Marathon auf dem Laufband.

Welches Ziel peilen Sie an?

Ich versuche eine Zeit von unter drei Stunden und 50 Minuten zu erreichen.

Wie und wo läuft die Aktion am kommenden Samstag konkret ab?

Der Weltrekordversuch findet in Nagold bei einem bekannten Personal Trainer statt. Bei gutem Wetter findet die Aktion unter freiem Himmel statt. Die Medienfirma Larasch filmt das Ganze und überträgt es ins Internet. Außerdem gibt es ein Moderator, der über mich berichtet, wie es mir geht und wie es läuft. Die Zuschauer können mir während meinen Weltrekordversuch auch Kommentare zur Motivation schicken. Außerdem wird es Interviews mit bekannten Sportlern per Videoschalte geben, wie mit der Biathletin und der mehrfachen Weltmeisterin Laura Dahlmeier, dem Europameister auf 10 000 Meter von 2006 Jan Fitschen oder mit dem Langstreckenläufer Hendrik Pfeiffer. Genauso werden sich auch die Unterstützer des Projekts zu Wort melden. Für die Zuschauer ist also eine Menge Abwechslung geboten, während ich laufe.

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July 02, 2020 at 07:27PM
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